Referenzen

Unter „Realisierungen“ finden Sie aktuelle Projekte und Publikationen, an denen ich mitgewirkt habe. Untenstehend einige Referenzen zufriedener Kunden:

Hier ein Interview zu verschiedenen Aspekten meiner Arbeit als Übersetzerin und Dolmetscherin (leider nur auf Deutsch):

verbalegal.pl/blog/engelsgeduld-und-nerven-aus-stahl-von-ubersetzern-und-dolmetschern-im-interview-mit-fr-sonja-stankowski

Hilfreiche Informationen zum Thema Ahnenforschung in Polen:

Ahnenforschung in Polen

Falls Sie Informationen zu Vorfahren oder Familienangehörigen suchen, die in Gebieten geboren wurden bzw. gelebt haben, die heute zu Polen gehören, stehen Sie vermutlich nicht nur vor sprachlichen Hindernissen. Sie wissen gar nicht, wo Sie anfangen sollen?

Was die Aktenlage alter deutscher Personenstandsurkunden und Kirchenbücher betrifft, ist das von Region zu Region unterschiedlich. Der Zweite Weltkrieg war eine große Zäsur, vieles ist bei Ende des Krieges verloren gegangen, weil es verbrannt oder vernichtet worden ist oder auf die Flucht mitgenommen und spurlos verschwunden ist. In Gebieten, in denen viele deutschstämmige Personen da geblieben sind, konnten größere Zerstörungen verhindert werden, in Niederschlesien ist ein Großteil der Standesamtsunterlagen und der evangelischen Kirchenbücher, aber auch ein Teil der katholischen Kirchenbücher unwiederbringlich verloren gegangen.

Wenn Sie heute suchen, ist Ihr erster Anlaufpunkt das heutige Standesamt in der Ortschaft. Bis vor kurzen war die Aufbewahrungsfrist für standesamtliche Unterlagen (Geburten, Heiraten, Sterbefälle) 100 Jahre beim zuständigen Standesamt, danach wurden sie an das zuständige Staatsarchiv übergeben, was die genealogischen Nachforschungen leichter macht. Bei Standesämtern müssen Sie nämlich das besondere rechtliche Interesse nachweisen, z.B. einen Erbfall, eine Sterbesache oder dass Sie in direkter Linie von der Person abstammen. Mittlerweile wurde die Frist für Eheschließungen und Sterbefälle auf 80 Jahre verkürzt, für Geburten gilt weiterhin 100 Jahre. Das heißt theoretisch, dass 2017 die Eheschließungen und Sterbefälle vor 1937 ans Staatsarchiv abgegeben werden müssen und die Geburten vor 1917. In der Praxis dauert es aber, bis die Bücher ans Archiv abgegeben werden und vom Archiv zugänglich gemacht werden. Außerdem gibt es oft den Fall, dass mehrere Jahrgänge in einem Buch enthalten sind, gerade in kleineren Orten.

Sie können sich also zunächst an das zuständige Standesamt wenden. Sie finden die Adresse, indem Sie „Urząd Stanu Cywilnego” plus den polnischen Ortsnamen in einer Internet-Suchmaschine eingeben. Finden Sie dort keine Adresse, versuchen Sie über Wikipedia herauszufinden, wie die übergeordnete Gemeinde oder die Kreisstadt heißt, heute sind die Unterlagen der kleineren Orte meist zusammengeführt worden. Außerdem wissen die zuständigen Standesbeamten, welche Dörfer zu ihrer Zuständigkeit gehören und leiten die Anfrage auch entsprechend weiter.

Sie können die Anfrage auf Deutsch stellen, einfacher ist es, wenn Sie jemanden bitten, den Text ins Polnische zu übersetzen. Geben Sie möglichst viele Daten an, Name, Geburts-, Heirats- oder Sterbedatum, Ort, wenn nicht genau bekannt, einen engeren Zeitrahmen, z.B. 1937-1939. Außerdem den Verwandtschaftsgrad bzw. Ihr rechtliches Interesse. Die Antwort erfolgt in Polnisch, der Amtssprache der Republik Polen. Die Ausfertigung einer amtlichen Urkunde in Polnisch (z.B. bei einer aktuellen Erbsache) kostet 22 Złoty, Kopien 5 Złoty, manchmal noch eine geringe Gebühr für die Beglaubigung oder falls Sie eine Vollmacht vorlegen, 17 Złoty.

Es gibt auch die Möglichkeit einer Anfrage an das Standesamt I in Berlin, wo bis 1945 Duplikate der Standesamtsunterlagen aus dem Deutschen Reich geführt wurden. Allerdings sind auch hier die Kriegsverluste erheblich und die Bearbeitungszeiten für Anfragen betragen mehrere Monate. Sie können das Pech haben, dass das Dokument, das Sie suchen, sowohl vor Ort als auch in Berlin verloren gegangen ist. Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten, Standesamt I in Berlin, Schönstedtstr. 5, 13357 Berlin

Wenn Sie sich ans zuständige Staatsarchiv wenden, können Sie auf Deutsch korrespondieren. Die Mitarbeiter, die Ihre Anfragen beantworten, können gut Deutsch, weil sie sich mit deutschen Archivalien der Vorkriegszeit beschäftigen. Aber auch sie sind verpflichtet, in der Amtssprache Polnisch zu antworten. Die Bearbeitungszeit beträgt mehrere Monate, da es sehr viele Anfragen, nicht nur aus Deutschland gibt. In Rechnung gestellt werden Recherchestunden, auch wenn nichts gefunden wurde, sowie Gebühren für Kopien und Beglaubigungen wie bei den Standesämtern.

Die Gebühren werden übrigens auf das Konto der Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung überwiesen, das heißt, die Standesämter und Staatsarchive haben nicht direkt etwas davon, sie erfahren auch nicht automatisch, dass Ihre Überweisung eingegangen ist. Deshalb schicken Sie immer gleich einen Überweisungsbeleg an das Amt bzw. Archiv und geben Sie das Aktenzeichen an, dann können Ihre Dokumente schnell versandt werden. Das Staatsarchiv finden Sie in der Internet-Suchmaschine unter „Archiwum Państwowe“ plus Name der größeren Stadt. In Niederschlesien zum Beispiel gibt es das Staatsarchiv Breslau und mehrere Außenstellen in Liegnitz, Bunzlau, Hirschberg und Kamenz. In Kamenz liegen keine Personenstandsunterlagen. Die meisten Staatsarchive haben auf ihrer Startseite auch eine Kurzinformation auf Deutsch und/oder Englisch. Am besten recherchieren Sie erstmal über die Datenbank der Polnischen Staatsarchive:

http://baza.archiwa.gov.pl/sezam/pradziad.php

(oben rechts können Sie auf die englische Version der Suchmaschine umschalten). Das ist eine zentrale Datenbank der Archive, in der Sie schon mal einen Hinweis finden, ob vor Ort etwas vorhanden ist und aus welchem Zeitraum. Manche Staatsarchive (z.B. Allenstein, Lodsch) haben einen Teil ihrer Bestände schon digitalisiert, so dass Sie online recherchieren können und sich evtl. eine unbeglaubigte Kopie aus dem Internet herunterladen können. Adresse des Staatsarchivs Breslau: Archiwum Państwowe we Wrocławiu, ul. Pomorska 2, 50-215 Wrocław (an der Oder, gegenüber der Universität)

Standesamtsunterlagen gibt es erst ab 1871 (Einführung durch Bismarck). Wenn Sie früher zurückgehen wollen, müssen Sie auf die Kirchenbücher der jeweiligen Konfession zurückgreifen. In Gegenden, in denen heute nur wenige Lutheraner leben, liegen die erhaltenen Kirchenbücher beim zuständigen Staatsarchiv, wenn sie den Krieg überstanden haben. Wo es noch evangelische Gemeinden gibt, liegen sie vor Ort. Außerdem gibt es ein Archiv der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in der Republik Polen, das sind die Lutheraner.

Adresse: Archiwum Kościoła Ewangelicko-Augsburskiego, ul. Miodowa 21, 00-246 Warszawa Außerdem gibt es noch das Evangelische Zentralarchiv in Berlin: www.ezab.de Evangelisches Zentralarchiv, Bethaniendamm 29, 10997 Berlin Dort gibt es allerdings nur sehr wenige Kirchenbücher aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten.

Die katholischen Kirchenbücher sollten eigentlich bei den zuständigen Pfarrämtern liegen und ebenfalls nach 100 Jahren ans Archiv abgegeben werden, nämlich das Erzdiözesanarchiv (Archiwum Archidiecezjalne). Aber nicht alle Pfarrer halten sich daran, manche halten die Bücher gerne bei sich, um von Genealogen Spenden entgegenzunehmen, manche interessiert es überhaupt nicht. In den Erzdiözesanarchiven ist auch nicht alles zugänglich oder wird nur auf Mikrofilmen zur Verfügung gestellt, wobei nicht alles verfilmt ist (wenn ja, sind es meistens die Verfilmungen der Mormonen bis Ende der 1970er Jahre) und man z.B. in Poznań mehrere Monate warten muss, um einen Platz im Lesesaal zu bekommen. Schriftliche Anfragen haben auch eine lange Bearbeitungszeit.

Adresse des Erzdiözesanarchivs Breslau: Archiwum Archidiecezjalne, ul. Kanonia 12, 50-329 Wrocław (auf der Dominsel, in einer Seitenstraße hinterm Dom)

Sie können sich an den zuständigen Pfarrer wenden. Die Adresse finden Sie unter „Parafia Rzymsko-Katolicka“ plus Ortschaft, viele kleine Gemeinden haben sogar eine Internetseite, auf der sich die aktuellen Zeiten für die Heilige Messe befinden. Selbst wenn dort eine E-Mail-Adresse angegeben ist, ist es besser, dem Pfarrer auf dem Postweg zu schreiben, auch hier ist es besser, auf Polnisch, da nur noch wenige, ältere Priester Deutsch können. Hier lohnt es sich, eine kleine Spende beizulegen.

Aber natürlich können Sie auch selbst vor Ort in Polen recherchieren.

Polen ist Mitglied der EU, für die Reise benötigen Sie nur einen Personalausweis, eine Hotelübernachtung finden Sie über die einschlägigen Hotelsuchmaschinen, in den Hotels wird Deutsch und/oder Englisch gesprochen. Informieren Sie sich vorab auf der Internetseite des Archivs (Staats- bzw. Bistumsarchiv), wie die Öffnungszeiten sind. Fast alle Archive haben den ganzen August über geschlossen (Sommerpause), manche auch den ganzen Juli.

Außerdem sind Feier- und Brückentage in Polen zu berücksichtigen: Neujahr, Heilige Drei Könige, Ostern,1. Mai, 3. Mai, Pfingstsonntag, (Maria Himmelfahrt), 1. November, 11. November, Weihnachten/Silvester.

Bereiten Sie Ihren Archivaufenthalt gut vor, legen Sie sich Ihre Dokumente, die Sie haben, zurecht, stellen Sie sich eine Übersicht zusammen, wen oder was Sie suchen. Ins Archiv dürfen Sie einen Laptop mitnehmen, für das Fotografieren mit der Digitalkamera muss meist eine Gebühr entrichtet werden, aber dadurch entfallen die Gebühren und Wartezeiten für die Anfertigung von Kopien. Sie müssen eine Anmeldung als Benutzer ausfüllen, Ihren Personalausweis oder Reisepass vorlegen und sogar eine Adresse in Polen angeben, da reicht die Adresse des Hotels. Dann füllen Sie einen Bestellzettel aus, für jedes Dokument einzeln. Vorher fragen Sie freundlich die Mitarbeiterin, ob Sie Ihnen die Findbücher zeigt oder gleich helfen könnte, wo Sie die entsprechenden Signaturen für Dokumente bzw. Mikrofilme finden. Die Archive haben feste Zeiten, zu denen sie die Archivalien ausgeben, deshalb müssen Sie am ersten Tag meist länger warten.

Nutzen Sie die Zeit und schauen sich im Lesesaal um, dort finden Sie oftmals alte Adressbücher, Verzeichnisse und andere interessante Bücher zur Region. Oder Sie recherchieren am Computer oder am Zettelkasten bereits die nächsten Signaturen.

Seien Sie freundlich zum Archivpersonal! Sie sind nicht die ersten und die letzten Deutschen, die dort suchen. Die meisten Mitarbeiter sprechen sehr gut Deutsch und kennen ihre Materie. Sie können Ihnen manchen Hinweis geben. Wenn Sie vor Ort beim Standesamt vorsprechen, nehmen Sie besser jemanden mit, der Polnisch spricht. Aber auch so ist die zuständige Mitarbeiterin meist recht freundlich, wenn man sie auch freundlich behandelt. Sie kennt „ihre“ Dörfer, viele Ämter haben in den vergangenen Jahren ihre Register digitalisiert, das heißt, sie kann zumindest nachsehen, ob Sie unter dem Familiennamen etwas hat und die Nummer und das Jahr der Urkunde heraussuchen. Auch hier müssen Sie das rechtliche Interesse nachweisen und einen Personalausweis vorlegen. Im Standesamt Breslau gibt es eine eigene Abteilung für die deutschen Unterlagen der Vorkriegszeit, die Sie zu den Öffnungszeiten aufsuchen können.

Adresse: Urząd Stanu Cywilnego we Wrocławiu, ul. Włodkowica 20/22, 50-072 Wrocław

Beim zuständigen Pfarrer sprechen Sie am besten kurz vor der Abendmesse am Pfarramt vor (zwischen 17 und 18 Uhr), da ist er meistens da. Oder Sie schauen, zu welchen Zeiten die Kanzlei geöffnet ist. Seien Sie auch hier freundlich, da die meisten Pfarrer kein Interesse daran haben und meist mit anderen Dingen beschäftigt sind, als mit genealogischen Anfragen. Ihn sollten Sie freundlich fragen, ob Sie Laptop oder Digitalkamera benutzen dürfen. Er wird Sie auch kaum alleine mit den Kirchenbüchern lassen, da schon viele abhanden gekommen sind.

Trotz allem: viel Erfolg und viel Spaß bei der Erkundung Ihrer Familiengeschichte! Und vergessen Sie nicht, wenn Sie schon vor Ort sind, sich auch die Orte und Gebäude anzuschauen, wo Ihre Vorfahren gelebt und gearbeitet haben!